Yuna~ My Story

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Yuna
Gelöschter Benutzer

Yuna~ My Story

von Yuna am 26.05.2016 17:26

Ich habe das bei Amaya gesehen und dachte mir: kannst du bestimmt auch machen.... Also hier ist sie! Die Geschihte von Yuna, wie sie Freunde findet, sie wieder verliert und wie sie schließklich nach Wilderlans kommt

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Ich weinte. Ich schrie. Tränen liefen mir über mein Gesicht. Wo war Mama? Wo war Papa? Ich wusste nicht wo ich war. Wie auch? Meine Augen waren schließlich noch halb geschlossen. Aber es war kalt. Irgendwann spürte ich wie etwas Nasses auf mich niederprasselte. Ich schrie lauter. Warum kam denn niemand? Ich habe Angst! Ich lag eine gefühlte Ewigkeit da. Warum bin ich damals nicht einfach gestorben? Ich war noch nicht mal ein Jahr alt, ich hätte sterben müssen. Aber warum habe ich überlebt? Warum ich? Da spürte ich etwas. Etwas Großes. Etwas Warmes. Zum ersten Mal in meinem kurzen Leben öffnete ich meine funkelnden, schon damals braunen, Augen. Und da sah ich es: das schönste Geschöpf, was ich jäh gesehen hatte. Es sah mich mit liebvollen, grünen Augen an. Seine Pinselohren zuckten damals leicht nervös. Instinktiv kuschelte ich mich an sein warmes Fell. Es leckte mir beruhigend über meinen kleinen Kopf.

 

„Schau mal, Linx!", aufgeregt dackelte ich zu meiner Ziehmutter hin. Das Luchsweibchen sah mich an. „Was gibt's denn, Yuna?" Ihre Stimme war weich wie eine Feder und doch hatte sie eine gewisse Würde. „Guck mal!" Vorsichtig hielt ich Linx einen goldenen Schmetterling hin, der sich auf meinen Finger gesetzt hatte. Linx schnurrte. Ich lächelte. Der Schmetterling flog davon. Enttäuscht sah ich ihm nach. „Oh, Schade..." „Jedes Wesen braucht seine Freiheit, so auch der Schmetterling. Aber wenn er dein Freund ist, wird er immer zu dir zurückkommen!", erklärt die Luchsin ruhig. Sofort beginnen meine Augen wieder zu leuchten. Ich drehe mich um und winke dem Schmetterling nach. „Bis bald, Addae!" „Addae?" „So heißt der Schmetterling jetzt!", meine ich munter. „Er ist doch mein Freund! Ich weiß jetzt, dass er eines Tages zu mir zurückkommen wird! Weil wir doch Freunde sind!" Linx schnurrt. „Du bist auch mein Freund!", rief ich und umarmte sie. Wie dumm mein 5-jähriges Ich doch war.

Als ich erwachte, merkte ich sofort, dass etwas nicht stimmte. Schlaftrunken torkelte ich aus dem Bau, indem ich mit Linx wohnte. Sofort schlug mir schwüle Hitze ins Gesicht. Erschrocken schnappte ich nach Luft, oder versuchte es zumindest. Ich musste mich an einem Baum stützen. Meine Ohren zuckten. Mein Schweif auch. Ich schwitzte. „Linx?", krächzte ich heiser. Keine Antwort. Panisch suchte ich die Umgebung ab. Wo war sie? „Yuna." Überglücklich drehte ich mich um. „Linx!" Ich wollte zu ihr hinlaufen, doch sie fauchte. Überrascht hielt ich inne. „W-was ist denn los?" Der Luchs antwortete: „Yuna. Ich habe dir alles beigebracht, was du zum Überleben brauchst. Du bist nun alt genug." Ihre Augen funkelten. „Du wirst nun eigenständig leben. Also verschwinde von meinen Territorium!" Ich konnte es nicht glauben. Ich wollte es nicht glauben. „Aber wir sind doch eine Familie!", protestierte ich. Linx knurrte. „Ich wusste es. Du magst zwar die Ohren und den Schweif einer Katze besitzen, hast jedoch das das Herz eines Menschen! Obwohl du mit mir aufgewachsen bist, wirst du nie unsere Lebensweisen verstehen! Und jetzt verschwinde, oder ich werde dich töten!" Ihre Worte trafen mich wie zwei scharfe Krallen, die sich tief in mein Herz bohrten und dort eine klaffende Wund hinterließen. Wortlos drehte ich mich um, Tränen rannen über mein Gesicht. Ich rannte und rannte. Irgendwann konnte ich nicht mehr. Schnaufend lehnte ich mich gegen einen Baum. Ich war noch nie in diesem Teil des Waldes, er gehörte nicht mehr zu Linx Territorium. Erleichtert setzte ich mich hin und schloss die Augen. Da spürte ich, wie sich etwas auf meinen Finger setzte. Ich erkannte Addae. Erschöpft hob ich meine andere Hand und tippte ihn an. Etwas zu doll. Addae zerfiel zu Staub. Ich war entsetzt. Entsetzt darüber, dass es mir egal, das ich soeben meinen Freund umgebracht hatte. Nun war ich allein. Entsetzt schaute mein 9-jähriges Ich auf die Hände. Es klebte noch etwas Staub dran. Die Sonne brannte weiterhin erbarmungslos von Himmel und passte überhaupt nicht zur Stimmung.

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Amaya

21, Weiblich

  Dunkle Feder

Drache/Wyvern Weder Gut noch Böse Kristallfeuermond

Beiträge: 271

Re: Yuna~ My Story

von Amaya am 06.06.2016 20:37

Wow... Wow. Geil geschrieben, ich will mehr!

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Yuna
Gelöschter Benutzer

Re: Yuna~ My Story

von Yuna am 11.06.2016 12:22

Danke Amaya

Hier kommt dann auch gleich das nächste Kapi:

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Ein Jahr. 12 Monate. Viele, viele Tage zogen ins Land. Lautlos glitt ich durch das dichte Gebüsch. In meiner linken Hand hielt ich einen aus Holz geschnitzten Speer. Meine Augen waren auf das Geschöpf vor mir gereichtet: einen rosa Vogel. Oder besser, ein Fwuuper(http://www.hp-fc.de/hpfc/inhalte/de/geschoepfe/fwupper.php). Ich lächelte grimmig. Das Wesen schmeckte zwar gut, war aber schwer zu fangen wenn es dich bemerkt. Also verharrte ich kurz und wartete. Der Fwuuper putze nichts ahnend sein Gefieder. Ich holte tief Luft. Dann warf ich. Der Speer durchbohrte das Herz des Vogels, der einen schrillen Klagelaut ausstieß. Klebriges Blut verfärbte die rosa leuchtenden Federn des Fwuupers dunkelrot. Ich musste unwillkürlich schlucken. Plötzlich ertönte ein weiterer Klagelaut. Ein grasgrüner Fwuuper sah mich traurig an. Ich hatte wohl soeben seinen Gefährten umgebracht. Vom schlechten Gewissen übermahnt schnappte ich mir den toten Fwuuper und rannte davon. Ich hörte noch, wie der grüne zu singen anfing. Es war ein schöner Gesang.... Aber er machte mich wahnsinnig! Darum lief ich schneller. Irgendwann blieb ich stehen. Ich hörte keinen Gesang mehr. Erleichtert atmete ich auf, ehe ich anfing, Feuer zu machen. Es dauerte nicht lange, da brutzelte der Fwuuper auch schon über dem Feuer und ich konnte ihn essen. Als ich fertig war, löschte ich das Feuer und legte mich schlafen. Obwohl es schon Nacht war, war es immer noch unerträglich heiß und stickig. Unruhig wälzte ich mich hin und her und schlief irgendwann ein.

Als ich aufwachte war alles noch heißer, heller und stickiger als vorher. Ich hustete. Orange Flammen leckten an meinem Arm. Ein wilder Schmerz durchzuckte mich und ich schrie auf. Ich musste von hier verschwinden. Ächzend rappelte ich mich auf, wobei Rauch meine Lungen füllte. Blindlings stolperte ich umher, schrie immer wieder erstickt auf, als die Flammen meine Haut streiften. Doch ich lief immer wieder weiter. Ich wollte noch nicht sterben! Ich wollte... Abrupt blieb ich stehen. Was wollte ich? Leben? Ein dicker Kloß setzte sich in meinen Hals fest. Warum wollte ich leben? Was hat mein Leben für einen Sinn? Eine Träne kullerte meine Wange hinunter. Ich war doch schon längst tot. Ich habe nie gelebt. Kraftlos ließ ich mich an die Knie sinken. Wozu weitermachen? Ich schloss meine Augen. Ich werde sterben... Ich denke, ich freu mich drüber. Immer näher kamen die Flammen. Immer mehr Rauch füllte meine Lungen. Doch anstatt in Panik zu verfallen blieb ich ruhig sitzen und sah meinen Ende sehnsuchtsvoll entgegen. Plötzlich spürte ich etwas Kaltes auf meiner Hand. Verwirrt hob ich meinen trüben Blick in den Himmel. Keine Wolke war zusehen, der blaue Himmel war von Rauchschwaden verdeckt. Aber es regnete. Anfangs nur ein wenig, dann immer mehr, schließlich goss es in Strömen. Was ist los? Es zischelte, als Wasser auf das Feuer traf und die Flammen langsam erstickte. Ich hustete. Ich hatte wohl zu viel Rauch eingeatmet. Werde ich jetzt endlich sterben? Wie durch Wattebäuschen nahm ich Stimmen war. Meine Sicht war verschwommen, trotzdem bemerkte ich zwei Gestalten, eine große und eine etwas kleinere, auf mich zu bekommen. Ich wurde an der Schulter gerüttelt. Das letzte was ich wahrnahm, waren zwei wunderschöne, dunkelblaue Augen die mich besorgt ansahen. Dann wurde alles schwarz.

Stimmen drangen an mein Ohr. „Wird sie sterben?" Hoffentlich. „Sowas fragt man nicht, Logan! Frag lieber, ob sie überleben wird!" Der Junge, der wahrscheinlich Logan heißt, schnaubt belustigt. „Du wieder mit deinen philosophischen Sprüchen, Abayomi!" „Ich bin nicht philosophisch, Idiot!", grummelte Abayomi. Ursprünglich hatte ich vor, hier liegen zu bleiben bis die beiden weg sind und dann abzuhauen. Aber ich war zu neugierig. Also schlug ich meine grün-braunen Augen auf. Das erste was mir auffiel war ein blasser Junge. Er hatte rabenschwarzes Haar, war schlank, oder eher abgemagert, und hatte wunderschöne, dunkelblaue Augen. Ich glaube, er ist ungefähr so alt wie ich. „Hey!" Er grinste breit. „Du bist aufgewacht!" Ich verengte meine Augen zu schlitzen. „Das weiß ich auch selbst!", knurre ich misstrauisch. Abayomi verschränkte seine Arme vor seiner Brust. „Eingebildete Zicke!" „Bekloppter Waschlappen!" „Dumme Kuh!" „Dicker Doofmann!" Wir warfen uns noch so einige(harmlose) Beleidigungen zu. „Könntet ihr jetzt mal bitte damit aufhören?!?", schnauzte Logan uns an. Ich musterte ihn. Er war ein junger attraktiver Mann mit seidigen, schwarzen Haaren, kräftiger, aber nicht dicker Statur, normaler Hautfarbe und funkelnden, smaragdgrünen Augen. Ich unterdrückte ein verächtliches Schnauben. „Wie heißt du?", fragte mich Abayomi plötzlich. „Yuna. Freut mich!" Nicht. Fügte ich in Gedanken noch hinzu.

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Yuna
Gelöschter Benutzer

Re: Yuna~ My Story

von Yuna am 15.07.2016 15:14

„Ä-ähm..." Unsicher starrte ich in etwas, was Rain spiegelt nennt. Ich trug eine grau-lila-grüne Strickjacke und eine etwas große Jeans und schwarze Stiefelten. Die Begriffe hab ich alle von Rain. „Sieht niedlich aus!" Mit fragenden Augen sah ich ihn an. „Wirklich?" Lachend klopfte er mir auf die Schulter. „Wirklich! Du musst aber noch viel lernen!" Meine Mundwinkel zuckten leicht. „Solange du es mir beibringst, ist es Ok!" Er zwinkerte. „Kann ich mir vorstellen! Niemand will etwas von Logan beingebracht bekommen!" Ich legte den Kopf schief. „Warum?" „Er macht die Sachen tausendmal komplizierter, als sie ohnehin schon sind!" „Aha. Dann bringst du mir viel bei?" rain nickte lachend. „Klar!"

 

Und schon wieder zogen mehrere Jahre ins Land. Logan, Abayomi und ich wurden gute Freunde. Ich bin jetzt schon fast 11 Jahre alt. Abayomi brachte mir viel über die Welt bei. Auch Logan versuchte dies, allerdings war ein echter Streber, der die Sachen komplizierter machte, als sie eigentlich sind. Es fühlte sich an, wie eine richtige Familie. Doch wenn ich eins gelernte hatte, dann: nichts hält ewig.

Schreie drangen an mein Ohr, vermischten sich mit den leisen Wimmern vieler Kinder. Alarmiert schlug ich meine Augen auf. Abayomi- oder Rain, wie ich ihn gern nannte (einfach, weil er ein Magier ist und ziemlich gut etwas mit Regen und Wasser zaubern kann) , war ebenfalls aufgewacht. „Was 'n los?", gähnend rieb der schwarzhaarige sich seine Augen. Auf einmal stürzte Logan herein. „Das Dorf wird angegriffen!" Sofort waren Rain und ich hellwach. „Wir müssen hier weg!" Rain sprang auf und zog mich auf die Beine. Zusammen wollten wir hinaus laufen, doch da hielt der blauäugige plötzlich inne und drehte sich um. „Logan?" Rains großer Bruder machte keine Anstalten, nach draußen zu fliehen. „Geht ihr nur", sagte er ruhig. „W-was meinst du damit?", fragte Rain und ich hatte eine böse Vorahnung. „Dies ist mein Dorf. Ich werde es beschützen!" Ein brennender Pfeil versetzte die kleine Hütte in Flammen. „NEIN! Logan!" Tränen sammelten sich in den Augen meine Kumpels. „Flieht nach Wilderlands. Flieht dorthin und wartete auf mich!" Das Dach stürzte ein und ich konnte gerade noch sehen, wie Logan durchs Fenster sprang und sich in den Kampf warf. Rain wirkte wie erstarrt. „R-Rain?", hustete ich durch den Rauch hindurch. Doch der Junge antwortete nicht, sondern rannte einfach los und zog mich mit sich. Ich konnte nur verschwommen die Umrisse von Menschen erkennen. Wir rannten. Wir rannten an dem Bäckerladen vorbei, an dem wir immer Brötchen gekauft hatten, an dem Blumenladen, mit der netten, alten Frau und, und, und... Gerade als ich dachte, ich könnte nicht mehr laufen, erreichten wir den Wald und ließen uns keuchend nieder. Rain hatte die Knie zu an seine Brust gezogen und starrte das brennende Dorf finster an. „Ich werde immer auf ihn warten!", hörte ich in murmeln. Nachdenklich schweifte mein Blick gen Himmel. „Ja...!", wisperte meine Stimme, „ich auch!"

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